CHUN 8 (1991)

CHUN 8 (1991)

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DOKUMENTE

BEITRÄGE

  • Ilse Karl: Wortbildung im Sprachvergleich – eine Unterrichts- und Übersetzungshilfe
  • Frauke Dittmann: Kurzformen der modernen chinesischen Sprache
  • Han Wanheng: 韩万衡:汉语动词配价与举行划分
  • Klaus Kaden/ Ulrich Kautz: Konzeptionelle Überlegungen zur Gestaltung eines Chinesisch-Grundkurses für deutsche Studierende
  • Wilfried Spaar: Das Propädeutikum Chinesisch an der Universität Heidelberg
  • George C.Y. Wang: A Study of Oral Methods of Teaching Beginning Chinese
  • Li Zhenyi: 厉挣仪:有效速读初探
  • Barbara Kuhn: Mnemotechnik: Wie das Lernen von Schriftzeichen Spaß machen kann

CHINESISCHUNTERRICHT IM ÜBERBLICK

  • Klaus Kaden: Die Situation der Chinesischausbildung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu Beginn des Jahres 1991
  • Volker Klöpsch: Der neue Diplomstudiengang Regionalwissenschaften China an der Universität zu Köln
  • Andrea Schwedler: Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer / Dolmetscher in Chinesisch am Sprachen- und Dolmetscher-Institut in München
  • Andrea Schwedler/ Barbara Kauderer: Internationaler Fortbildungskurs für Chinesischlehrer an der Beijinger Sprachenhochschule (Beijing Yuyan Xueyuan)

REZENSIONEN

  • Gottfried Spies: Yixian Bo: Subordinations-Konstruktionen. Eine Untersuchung an Substantiven und Nominalphrasen im Chinesischen. Frankfurt a.M./Bern/New York/Paris: Peter Lang, 1990
  • Peter Kupfer: Introductory Chinese (Putong Hanyu jiaocheng). Beijing: Sinolingua, 1988
  • Peter Kupfer: A Course in Scientific Chinese (Keji Hanyu jiaocheng). Beijing: Sinolingua, 1990

NACHRICHTEN

MITTEILUNGEN

III. Internationales Symposium

für Chinesisch als Fremdsprache 16.-20. August 1990 in Beijing

Anders als die vorangegangenen Symposien 1985 und 1987, die beide in Beijing stattgefunden hatten, war die diesmalige Begegnung nicht mehr von der früheren inspirierenden Aufbruchsstimmung geprägt, wie sie die weltweite Eröffnung eines neuen Forschungs- und Fachgebietes nun einmal mit sich bringt. Die veränderten politischen Umstände in China bewirkten, daß allein schon die Teilnahme zu einer persönlichen Gewisssensentscheidung wurde und dieses Symposium nicht dafür prädestiniert war, ein akademisch anregendes und politisch unverfängliches Ereignis zu werden. Der Kommunikation zwischen den chinesischen und den ausländischen Teilnehmern waren von vornherein Grenzen gesetzt, was sich insgesamt in einer eher gedrückten Stimmung bemerkbar machte. Auch die Bemühungen verschiedener chinesischer Einheiten, die unsichtbaren, aber doch allgegenwärtigen Barrieren durch eine überschwengliche Gastlichkeit in Form von allabendlichen Banketten und einer pompösen Gartenparty zu überwinden, konnten letztlich nichts daran ändern. Daß sich dennoch viele inländische und ausländische Teilnehmer, vorwiegend solche chinesischer Abstammung, ganz dieser Scheingeselligkeit hingaben, führte dazu, daß das Symposium großenteils in eine Willkommensfeier entartete und die Zielvorstellungen sich nicht erfüllten, mit denen sich die maßgeblichen Initiatoren und die aus allen Erdteilen aus seriösem fachlichen Interesse angereisten Kollegen darauf vorbereitet hatten. Unbehagen und Unmut war bei etlichen sowohl chinesischen als auch ausländischen Teilnehmern zu spüren und wurde hier und da in Einzelgesprächen mehr oder weniger offen artikuliert. Weder auf der Eröffnung der Tagung am Morgen des 16. August noch auf der abrupten Schlußsitzung am 20. August vormittags honorierte das Tagungspublikum die obligatorischen Grußadressen und Ansprachen der Staatsfunktionäre mit dem üblichen Beifall, der noch 1985 und 1987 zu hören war. Mechanischer Pflichtapplaus vermischte sich bei solchen Anlässen mit betretenem Schweigen.

Diese Entwicklung war während des II. Symposiums im August 1987 noch nicht vorherzusehen. Die damals in einem demokratischen Prozedere unter Berücksichtigung der Interessen aller beteiligten Länder gegründete International Society for Chinese Language Teaching (Shijie Hanyu Jiaoxue Xuehui) hatte beschlossen, im Turnus von drei Jahren internationale Symposien zu veranstalten. Einstimmig hatte man sich dabei wieder für Beijing als Tagungsort für 1990 entschieden (vgl. den Bericht für CHUN Nr. 5, S. 5-7). Als Hauptorganisator kam nur die Sprachenhochschule Beijing (Beijing Yuyan Xueyuan) in Frage, die als einzige Institution inner- und außerhalb Chinas personell und administrativ in der Lage und bereit war, sämtliche Aufgaben einer derartigen Großveranstaltung mit über 300 Teilnehmern aus 23 Ländern zu bewältigen. So wie schon 1985 und 1987 hat sie diesbezüglich auch diesmal anerkennenswerte Arbeit geleistet. Mit der Wahl des repräsentativen Xiangshan-Hotels war man zum Ort des I. Symposiums zurückgekehrt, und den Teilnehmern wurde in dieser Hinsicht jeglicher Komfort geboten. Zugleich konnten angesichts der anhaltenden Touristenflaute die Unterkunftskosten auf ein im internationalen Durchschnitt durchaus moderates Niveau herabgehandelt werden, so daß es - die inländischen Teilnehmer werden von ihren Einheiten bezahlt - in dieser Hinsicht keine Klagen gab.

Probleme ergaben sich indessen bei der Bewältigung eines Angebots von immerhin 220 Referaten. Daß dabei viel Spreu anfiel, ist kaum verwunderlich angesichts einer fehlenden Themeneinschränkung und Kontrolle der nicht selten ungenügend vorbereiteten Beiträge, die entweder auf dem Tagungsplenum am 16. August oder in immerhin sechs parallel tagenden und nach Schwerpunkten (Sprachdidaktik und Unterrichtsmethodik; didaktische und kontrastive Einzelprobleme, Lehrerfortbildung und computerunterstützte Ausbildung; Linguistik und Grammatik; Semantik, Phonetik, dialektale Einflüsse und Schriftzeichen; Lehrmaterialien und Medien; soziokulturelle und interlinguale Fragen) zusammengefaßten Gruppen vorgetragen wurden. Abgesehen von den schon bekannten Schwierigkeiten, daß bei der individuellen Zusammenstellung der interessierenden Referate ständig die Gruppen gewechselt werden mußten und zeitliche Überlappungen auftraten, mußte man diesmal überraschend oft die Erfahrung machen, daß die referierten Inhalte kaum mehr boten als die Klischees und Duplikate aus den früheren Symposien oder sogar innerhalb dieser Tagung selbst. Mit Ausnahme einiger Fortschritte bei der Ausarbeitung von Lehrmaterialien, von Computersoftware und der Standardprüfung für Chinesisch als Fremdsprache (Hanyu shuiping kaoshi) ergaben sich ansonsten keine nennenswerten neuen Aspekte, von denen die internationale Entwicklung des Faches Chinesisch als Fremdsprache hätte profitieren können. Teils ist dies sicher ein Ausdruck der Tatsache, daß die geisteswissenschaftliche Forschung in der VR China ab 1989 einen Tiefpunkt erreicht hat und die meisten Wissenschaftler entweder ins Ausland drängen oder sich in Resignation zurückziehen. Aber auch die Beiträge der ausländischen Teilnehmer - stark vertreten waren wie früher die USA, Japan, Singapur und Hongkong, weitaus unterrepräsentiert dagegen die europäischen Staaten - tendierten überwiegend dazu, sich zum wiederholten Mal marginären Fragen, etwa den Funktionen bestimmter Partikeln, zu widmen als grundsätzlicheren Themen, die für die Verbesserung der Didaktik vorrangig wären, wie z.B. die Ausarbeitung eines didaktischen Grammatiksystems. Letzten Endes bleibt selbstkritisch festzustellen, daß der Vorstand der International Society for Chinese Language Teaching über die geographischen Entfernungen hinweg während der thematischen Vorbereitungsphase nicht ausreichend kommuniziert und zusammengearbeitet hat. Auf alle Fälle muß künftig die internationale Koordination in der Planung verbessert werden - unter welchen politischen Konstellationen auch immer.

Wie wenig die reale Situation des Chinesischunterrichts im Tagungsprogramm berücksichtigt wurde, zeigt auch die völlige Ignorierung einer Kernproblematik, mit der sich gegenwärtig die Chinesischlehrer in aller Welt konfrontiert sehen: Die Tatsache, daß das Interesse an der Fremdsprache Chinesisch und die Zahl der neuen Lernenden seit 1989 überall drastisch gesunken ist. Davon soll in China selbst wohl auch nichts publik werden, denn die dortigen Presseorgane feiern nach wie vor das weltweite "Chinesisch-Fieber" (vgl. Renmin Ribao vom 29.8.1990, S. 7).

Politisch war das III. Internationale Symposium in mehrfacher Hinsicht. Die erfreulichen weltpolitischen Tendenzen von 1989 und 1990 spiegelten sich darin wieder, daß erstmals ein offizieller Vertreter Taiwans, Marvin C. H. Ho (He Jingxian) vom Taipei Language Institute, und Teilnehmer aus Südkorea anwesend waren und die vier Kollegen aus den beiden kurz vor der Vereinigung stehenden deutschen Staaten gemeinsam als eine Länderdelegation auftraten. (Es fiel den chinesischen Kollegen offensichtlich schwer, sich daran zu gewöhnen!) Eine Antwort auf die chinesische Politik des 4. Juni war hingegen der relativ geringe Anteil der ausländischen Teilnehmer: Von den über 300 Personen insgesamt nur 130, und hiervon wiederum die Mehrzahl mit Chinesisch als Muttersprache. Einem kritischen Beobachter mochte diese Tagung als großes Freundschafts- und Familientreffen in- und ausländischer Chinesen erscheinen.

Daß die wissenschaftliche Diskussion zu kurz kam, war auch einer persönlichen Initiative von Ministerpräsident Li Peng zu verdanken. Zu aller Überraschung wurde am letzten Abend, anfangs noch als Gerücht, verbreitet, daß er sämtliche Tagungsteilnehmer am folgenden Tag, dem 20. August, nachmittags - natürlich in Anwesenheit von Presse und Fernsehen - zu begrüßen wünsche. Abgesehen davon, daß das Programm des letzten Tages zuungunsten der ursprünglich eingeplanten Referenten fast völlig gestutzt werden mußte, war diese Nachricht zunächst ein spürbarer Schock für die chinesischen Veranstalter, die sich bis dahin im Rahmen des Möglichen bemüht hatten, auf die Sensibilität der ausländischen Kollegen gegenüber offiziellen Begegnungen und Publicity jeglicher Art Rücksicht zu nehmen. Eine nervöse Spannung beherrschte an diesem Abend die Hotelhalle, die sonst von morgens bis nachts von lebhaftem Treiben erfüllt war, und die überstürzte Schlußsitzung am nächsten Vormittag, ursprünglich für den Nachmittag geplant, war ein freudloser Abschied für Gastgeber und Gäste. Während die Mehrzahl der Teilnehmer der Einladung von Li Peng folgte bzw. folgen mußte und mit einem Dutzend Bussen zur zehnminütigen Propagandaschau im Zhongnanhai gebracht wurde, machten die vier deutschen Vertreter, die italienische und die Moskauer Kollegin, die sich bezeichnenderweise am meisten über diese Programmänderung empört hatte, einen Ausflug auf den Gipfel des Xiangshan.

Gerade angesichts des politischen Drucks zeigte sich indessen, welche unverzichtbare Rolle die internationale Unterstützung der chinesischen Kollegen bei der weiteren Arbeit auf dem Gebiet Chinesisch als Fremdsprache spielt. Da gegenwärtig in China einerseits alle wissenschaftlichen Kontakte und Aktivitäten mit dem Ausland ideell und materiell mehr oder minder vom Wohlwollen der Staatsführung abhängig sind, andererseits aber die Ablehnung des gegenwärtigen Regimes in Beijing bis in die höchsten wissenschaftlichen und politischen Instanzen reicht, wird jeder Einzelfall in der Kooperation mit chinesischen Kollegen zu einer Ermessensfrage, die nur mit Fingerspitzengefühl und in genauer Kenntnis der jeweiligen Sachlage zu lösen ist.

Vor diesem Hintergrund fanden während des Symposiums die Mitgliederversammlung sowie die Sitzungen des Vorstandes (lishihui) und des geschäftsführenden Vorstandes (changwu lishihui) der International Society for Chinese Language Teaching mit den entsprechenden Neuwahlen statt. Bemerkenswert dabei war gerade auch bei den chinesischen Kollegen das bewußte Festhalten an den demokratischen Prinzipien und dem internationalen Charakter der Gesellschaft, die seit ihrer Gründung 1987 auf nahezu 500 Mitglieder in 27 Ländern angewachsen ist. Mit dem Anliegen, jedes dieser Länder mit mindestens einem Vertreter zu berücksichtigen, wurde der Vorstand auf 51 Mitglieder erweitert. Deutschland wird repräsentiert durch H. Brexendorff (Heidelberg), K. Kaden (Berlin), P. Kupfer (Germersheim) und W. Lippert (Erlangen-Nürnberg), Österreich durch Richard Trappl (Wien) und die Schweiz durch Anton Lachner (Bern.). In den geschäftsführenden Vorstand wurden 11 Mitglieder aus der VR China, Australien, Deutschland, Großbritannien, Hongkong, Japan, Singapur, aus der Sowjetunion und den USA gewählt. Vorsitzender der Gesellschaft blieb Zhu Dexi (VRCh). Seine Stellvertreter sind Loo Shaw-chang (Lu Shaochang, Singapur), Lü Bisong (VRCh) und T’ung Ping-cheng (Tong Bingzheng, Großbritannien). Als Geschäftsführer wurde Cheng Tang (VRCh) neu gewählt.

Auf der Sitzung des neuen Vorstandes wurden die anwesenden deutschen Vertreter gebeten, innerhalb der folgenden sechs Monate zu prüfen, ob das IV. Internationale Symposium für Chinesisch als Fremdsprache 1993 gemeinsam mit dem Fachverband Chinesisch in Deutschland durchgeführt werden könne. Da diese Frage aufgrund der fehlenden organisatorischen Kapazitäten letztlich negativ entschieden werden mußte, wird das nächste Symposium wieder in Beijing stattfinden - hoffentlich unter günstigeren politischen Voraussetzungen, die förderlich für den ungehinderten wissenschaftlichen Dialog und die weitere Entwicklung des jungen Fachgebietes sind.

Peter Kupfer

VI. Tagung zum modernen Chinesischunterricht

"Sprache, Schrift, Schriftsprache - Lehr- und Lernmethoden" 17. - 20. September 1990 in Rieneck

In der von allen Teilnehmern als sehr angenehm empfundenen, gewissermaßen familiären Atmosphäre von Burg Rieneck bei Gemünden fand im September 1990 die VI. Tagung des Fachverbands Chinesisch e.V. statt, die diesmal unter dem Motto "Sprache, Schrift, Schriftsprache - Lehr- und Lernmethoden" stand, also schon vom thematischen Rahmen her besonders breit angelegt war. So schien auch das Programm auf den ersten Blick mit seinen Themenkreisen "Sprechen und Hören", "Lehrwerkanalyse und -projektierung", "Workshop ‘Lehrmethoden’", "Linguistik", "Didaktik des Lesens", "Didaktik der chinesischen Schrift" und "Sprache und Kultur" fast ein wenig allzu reichhaltig für die kurze Zeit von drei Tagen. Im Verlauf der Tagung erwies sich jedoch, daß gerade diese "tour d’horizon" von den Teilnehmern als sehr ausgewogen und anregend begrüßt wurde.

Gleich zu Beginn stimmte Wang Qingyuan mit seinem Beitrag "A Study of Oral Methods of Teaching Beginning Chinese" in das Rahmenthema "Lehr- und Lernmethoden" ein. Die Diskussion dazu konzentrierte sich vor allem auf Fragen des Phonetikunterrichts. Dabei - und auch später noch mehrfach - wurde hervorgehoben, daß eine möglichst gründliche Phonetikvermittlung von grundlegender Bedeutung für das Erlernen der chinesischen Sprache ist. Das zeigte sich später ganz deutlich in der von Klaus Kaden/Ulrich Kautz vorgestellten Konzeption eines Chinesisch-Grundkurses für deutsche Studierende und in dem Erfahrungsbericht von Wilfried Spaar über das Heidelberger Chinesisch-Propädeutikum: In beiden Kursen ist eine solide, sehr intensive Einführung in die Phonetik an den Anfang gestellt worden.

Zou Qi stellte in seinem Vortrag zur Entwicklung besonders der Hörfähigkeiten verschiedene methodisch-didaktische Überlegungen zur Diskussion, die in manchen Punkten (z.B. die von ihm empfohlenen Auswahlantworten oder seine interessanten Ausführungen zur Steigerung des Sprechtempos) zum Streitgespräch gereizt hätten. Leider blieb für die Diskussion zu wenig Zeit, wie auch danach noch bei so manchen Vorträgen, speziell bei den auf Chinesisch gehaltenen. Ich würde daher vorschlagen, daß die Redner auf den nächsten Tagungen ihre Beiträge entsprechend kürzer (und sich selbst an die vorgegebene Redezeit) halten, denn der Austausch darüber macht doch den eigentlichen Sinn einer Tagung aus.

Beispielsweise konnte auch die an sich hochinteressante Frage, ob bzw. wann Kurz- oder Langzeichen gelehrt werden sollten, nur andiskutiert werden, und auch der Gedankenaustausch über die von Kaden bzw. Peter Kupfer gehaltenen Beiträge - Lehrbuchprojekt bzw. "Vorschläge zu einer revidierten Basisgrammatik eines Chinesisch-Grundkurses für deutsche Studierende" - fiel etwas knapper aus, als man erwartet hätte. Daß die von beiden Rednern vorgetragenen Überlegungen aber dennoch in den Köpfen nachwirkten, zeigten mehrfache Bezüge darauf im weiteren Verlauf der Tagung sowie auch viele informelle Unterhaltungen im kleineren Kreis zum Thema "Lehrzwecke". Dem Projekt der Humboldt-Universität kommt wohl auf Grund seiner Ambitioniertheit besondere Bedeutung zu. Deshalb wird es ratsam sein, das ergaben die erwähnten weiterführenden Gespräche, der methodisch-didaktischen Gestaltung mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit zu widmen wie dem eigentlichen Inhalt, damit nicht am Ende ein wissenschaftlich hervorragendes Werk in unnötig konservativer didaktischer Aufbereitung entsteht.

Gerade der Gedanke, in der Didaktik neue Wege zu gehen oder auch einmal auf zunächst frappierend ungewöhnliche Methoden zurückzugreifen, spielte auf dieser Tagung eine ganz große Rolle - nicht nur in der hochinteressanten Demonstration des "silent way of learning" durch Andreas Ulrich und in dem Referat "Mnemotechnik und die Vermittlung der chinesischen Schrift" von Barbara Kuhn, die an Matteo Riccis Mnemotechniken und ihren Wert für uns Heutige erinnerte (leider war das diesmal der einzige Bezug zur Didaktik der chinesischen Schrift), sondern auch in den mit vielen interessanten Details aus der Unterrichtspraxis "gewürzten" Erfahrungsberichten von Heidi Brexendorff, Li Zhenyi, Peng Xiaoming, Erich Gütinger und Xia Baige (über die Themen Zeitungslektüre im Chinesisch-Unterricht, Steigerung der Lesegeschwindigkeit, Probleme des Chinesischunterrichts für Auslandschinesen, Erfahrungen im Chinesischunterricht für unterschiedliche Lernergruppen sowie Verhältnis von Sprache und Kultur im Chinesischunterricht), wobei Frau Brexendorffs Vortrag erfreulicherweise zur Etablierung einer kleinen Projektgruppe "Loseblatt-Texte für die Zeitungslektüre" geführt hat. Daß didaktische Überlegungen für den Hochschulunterricht trotz aller Verschiedenheit der Rahmenbedingungen letztlich doch auch viele Gemeinsamkeiten mit denen für den Gymnasialunterricht haben, zeigten die Ausführungen von Peter Wittke. Der Bericht von Herrn Spaar über das Heidelberger Propädeutikum, in seinem "high-pressure approach", mit dem auch an der Humboldt-Universität zu Berlin seit Jahren praktizierten Verfahren weitgehend identisch, markierte sozusagen das andere Extrem zu dem von Herrn Ulrich vorgestellten allgemeinen Modell.

Für mich ergibt sich aus all diesen Beiträgen die Schlußfolgerung, daß wir Chinesisch-Lehrer im weitesten Sinne uns vielleicht noch gezielter als bisher mit didaktischen Fragestellungen befassen sollten. Das Wort Didaktik geht uns leicht von der Zunge, aber allein der Erfahrungsaustausch, so wertvoll er ist, kann uns auf Dauer nicht zufriedenstellen. Außerdem fällt immer wieder auf, daß Probleme der Grundlagen- bzw. Anfängerausbildung auf unseren Tagungen oder auch bei den Pekinger Symposien über Chinesisch als Fremdsprache stets eine viel größere Rolle spielen als die mit der Fortgeschrittenenausbildung zusammenhängenden Fragen. Diesen sollten wir wohl in Zukunft mehr Aufmerksamkeit widmen und uns in diesem Zusammenhang unter anderem auch darüber klar werden, inwieweit und wie wir die Hanyu Shuiping Kaoshi für die Universitäts- und / oder Gymnasialausbildung im Chinesischen nutzbar machen können bzw. müssen. (Interessant in diesem Zusammenhang der Hinweis von Susanne Weigelin-Schwiedrzik, daß die Heidelberger Magister- und Zwischenprüfungsordnungen auch vom Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg akzeptiert worden sind.)

Anregend - und im Blick auf zukünftige Tagungen auch noch weiter ausbauwürdig - waren die sprachwissenschaftlichen Beiträge, die in Rieneck in erster Linie von Kollegen aus der Akademie der Wissenschaften in Berlin kamen. (Auf Grund der politischen Veränderungen waren diesmal die Sinologen sowohl der Humboldt-Universität zu Berlin als auch der Akademie der Wissenschaften mit ansehnlichen Delegationen vertreten, eine von allen Teilnehmern herzlich begrüßte Entwicklung!) Auf die Wichtigkeit von Wortbildungs- und Wortstrukturfragen wiesen Ilse Karl und Frauke Dittmann hin. Frau Karls Gedanke, die Produktivität von Wortbildungsmustern (z.B. mit dem Suffix hua) im Unterricht anzugeben und zu lehren, ist jedoch - wie in der Diskussion gesagt wurde - nicht eindeutig zu bejahen, weil dafür die hieb- und stichfeste Definition des Wortes fehlt. Frau Dittmanns Vortrag zu Kurzformen im Chinesischen unterstrich noch einmal die bereits mehrfach in der Diskussion behandelte Wichtigkeit der "Arbeit am Morphem". Zu beachten bei der Bildung von Kurzformen und in der Vermittlung einschlägigen Wissens ist unter anderem der Rhythmus bzw. Akzent, ein Thema, dem sich Gottfried Spies in seinem Vortrag widemete. Großes Interesse fand auch der Beitrag von Han Wenheng zum Thema "Valenzeigenschaften der chinesischen Verben", zumal die Valenztheorie auch in China deutlich "im Kommen" ist und zweifellos für die Verfasser von Lehrwerken immer relevanter werden dürfte.

In der abschließenden Einschätzung der Tagung wurde seitens der (wenigen) studentischen Teilnehmer kritisch darauf hingewiesen, daß Lernende zwar ausdrücklich mit eingeladen worden waren, im ganzen gesehen jedoch weder selbst eine aktive Rolle spielen konnten noch im Programm (etwa in Form einer gemeinsamen Arbeitsgrupe Lehrer-Lerner), geschweige denn durch die Bereitstellung von Dolmetschern bei den chinesisch gehaltenen Beiträgen - dies vielleicht eine etwas weitgehende, sicher so nicht zu erfüllende Forderung - berücksichtigt worden seien. Das sollte Anlaß sein, die Fragen der studentischen Beteiligung an zukünftigen Tagungen neu zu überlegen und in jedem Fall darauf aufmerksam zu machen, daß auch Chinesisch eine der Tagungssprachen sein wird.

Alle Teilnehmer stimmten darin überein, daß den Organisatoren der wohlgelungenen Tagung für ihre mühevolle, erfolgreiche Arbeit großer Dank gebührt.

Ulrich Kautz

Resolutionsschreiben

Auf der VI. Tagung zum modernen Chinesischunterricht am 20. September 1990 in Rieneck verabschiedetes Resolutionsschreiben für den Erhalt der Dolmetscher- und Übersetzerausbildung in Chinesisch an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Forschungsgruppe Sinologie an der Akademie der Wissenschaften

Die folgenden beiden Schreiben wurden am 3.10.90 gleichzeitig gerichtet an den Rektor der Humboldt-Universität zu Berin, Herrn Prof. Dr. Fink, bzw. an den Präsidenten der Akademie der Wissenschaften der ehemaligen DDR, Herrn Prof. Dr. Klinkmann (Berlin), an den Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Herrn J. W. Möllemann (Bonn), an die Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Frau Prof. Dr. Riedmöller-Seel (Berlin), an den Vorsitzenden des Bundestagsauschusses für Bildung und Wissenschaft, Herrn Dr. Wetzel MdB (Bonn), und an den Präsidenten der Westdeutschen Pressekonferenz, Herrn Prof. Dr. H. Seidel (Bonn). Im Anschluß daran der Wortlaut des Antwortschreibens von Bildungsminister Möllemann vom 29.10.90.

Sehr geehrter Herr Bundesminister!

Der Fachverband Chinesisch e.V. ist die seit 1983 arbeitende Vereinigung von Sinologen und Sprachwissenschaftlern im deutschen Sprachraum, die sich das Ziel gesetzt hat, die Chinesischausbildung an den Hochschulen und Schulen zu fördern. Bereits seit einigen Jahren unterhält unser Fachverband Kontakte zu den Kollegen im Ostteil Berlins, die in der Mehrzahl an der dortigen Humboldt-Universität tätig sind. An deren Fachbereich Asienwissenschaften ist in Jahrzehnten eine Ausbildung in der modernen chinesischen Sprache aufgebaut worden, die in ihrer Systematik und Methodik in vieler Hinsicht als beispielhaft bezeichnet werden kann und international Anerkennung findet. Insbesondere möchten wir auch auf die Tatsache verweisen, daß dort - unverzichtbar für die gesamtdeutsche Sinologie - die singuläre Hauptfachausbildung von Diplom-Dolmetschern und -Übersetzern für die chinesische Sprache seit zwanzig Jahren mit herausragendem Erfolg betrieben wird.

Im Zuge der Vereinigung Deutschlands haben sich unsere Verbindungen zu diesen Kollegen intensiviert, und wir verfolgen mit großer Sorge, wie sich die veränderten politischen Bedingungen in Deutschland auf ihre weitere Tätigkeit auswirken werden. Die Teilnehmer der VI. Tagung zum modernen Chinesischunterricht, die vom 17. bs 20. September 1990 in Rieneck stattfand, sind übereinstimmend der Auffassung, daß die Chinesischausbildung an der Humboldt-Universität und insbesondere auch der Studiengang Diplom-Dolmetscher und -Übersetzer in der bisherigen Form weitergeführt werden sollte. Wir bitten Sie nachdrücklich, diesen Sachverhalt bei entsprechenden Entscheidungen zu berücksichtigen.

Hochachtungsvoll

gez. Dr. Peter Kupfer (1. Vorsitzender)

i.A. des Vorstandes des Fachverbandes Chinesisch e.V.

Sehr geehrter Herr Bundesminister!

Der Fachverband Chinesisch e.V. ist die seit 1983 arbeitende Vereinigung von Sinologen und Sprachwissenschaftlern im deutschen Sprachraum, die sich das Ziel gesetzt hat, die Chinesischausbildung an den Hochschulen und Schulen zu fördern. Bereits seit einigen Jahren unterhält unser Fachverband Kontakte zu den Kollegen im Ostteil Berlins, darunter zu der Forschungsgruppe Sinologie am Institut für Spachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR. Diese Arbeitsgruppe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem im deutschen Sprachraum einmaligen linguistischen Zentrum für die chinesische Gegenwartssprache entwickelt. Zu den in Fachkreisen geschätzten Arbeitsergebnissen gehören das zweibändige „Chinesisch-deutsche Wörterbuch" und sprachwissenschaftliche Forschungen zu zentralen und für die Lehre wichtigen Themen.

Im Zuge der Vereinigung Deutschlands haben sich unsere Verbindungen zu diesen Kollegen intensiviert, und wir verfolgen mit großer Sorge, wie sich die veränderten politischen Bedingungen in Deutschland auf ihre weitere Tätigkeit auswirken werden. Die Teilnehmer der VI. Tagung zum modernen Chinesischunterricht, die vom 17. bs 20. September 1990 in Rieneck stattfand, sind übereinstimmend der Auffassung, daß das in Jahrzehnten an der Akademie der Wissenschaften gewachsene Potential auf dem Gebiet der sprachwissenschaftlichen Erforschung und lexikalischen Bearbeitung der chinesischen Sprache unbedingt erhalten bleiben muß. Wir bitten Sie nachdrücklich, diesen Sachverhalt bei entsprechenden Entscheidungen zu berücksichtigen.

Hochachtungsvoll

gez. Dr. Peter Kupfer (1. Vorsitzender)

i.A. des Vorstandes des Fachverbandes Chinesisch e.V.

Sehr geehrter Herr Dr. Kupfer,

für Ihre beiden Schreiben vom 3.10.1990, in denen Sie sich namens des Vorstandes des Fachverbandes Chinesisch e.V. im Rahmen der Gestaltung einer gesamtdeutschen Hochschul- und Wissenschaftslandschaft für die Erhaltung der Forschungsgruppe Sinologie am Institut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der ehemaligen DDR sowie des Fachbereiches Asienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin einsetzen, danke ich Ihnen. Über Ihr Engagement in dieser Sache habe ich mich gefreut.

Das Hochschulwesen im Ostteil Deutschlands bedarf, auch aus der Sicht aller dort tätigen politischen Kräfte und Betroffenen, in weiten Bereichen einer grundlegenden Reform. Nach dem Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik vom 31.8.1990 ist daher eine Begutachtung der Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen der ehemaligen DDR durch den Wissenschaftsrat vorgesehen, die bis Ende 1991 abgeschlossen sein wird.

Bis zum Vorliegen dieser Untersuchung sind keine bindenden Aussagen über die Fortführung einzelner Akademieinstitute bzw. Fachbereiche der Universitäten möglich. Ich bin jedoch davon überzeugt, daß der Wissenschaftsrat bei seinem Votum zur Forschungsgruppe Sinologie am Institut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften und des Fachbereiches Asienwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin u.a. auch die zukünftige Bedeutung der sprachwissenschaftlichen Ausbildung und Erforschung der chinesischen Sprache berücksichtigen wird.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Jürgen W. Möllemann

(Bundesminister für Bildung und Wissenschaft)

Ein Workshop zur Didaktik des Chinesischen:

Anfängerunterricht mit TOTAL PHYSICAL RESPONSE

Anfang Mai haben sich etwa 20 Chinesisch-DozentInnen aus (fast) allen Ecken von Deutschland an der Universität Konstanz zu einer intensiven zweitägigen Arbeit an der Methodik des Anfängerunterrichts und der Schriftvermittlung getroffen.

Das Sprachlehrinstitut der Uni Konstanz bietet mit seiner Microteaching-Anlage ideale Voraussetzungen für die Beobachtung von "echtem" Unterricht, und zehn echte AnfängerInnen - der Anfängerkurs des Sommersemesters - waren bereit, die Erfahrungen mit einer zunächst etwas exotisch anmutenden Lehrmethode mit uns zu teilen.

Der Name TOTAL PHYSICAL RESPONSE, der natürlich immer zu Witzeleien Anlaß gibt, steht für ein in den 70er Jahren von James Asher entwickeltes Unterrichtskonzept, das aus den folgenden, mittlerweile teils gründlich, teils weniger gründlich bewiesenen Annahmen praktische Konsequenzen für den Unterrichtsaufbau zu ziehen versucht:

  • Das Gehirn kann sprachlichen Input besser verarbeiten, wenn es dazu RUHE hat - sich also nicht schon sofort mit der Produktion von sprachlichem Output beschäftigen muß (wie bei klassischen Frage-Antwort-Sequenzen).
  • Das Sprachgedächtnis funktioniert besser, wenn links-hemisphärische Tätigkeiten (wie die Analyse von Sprachsignalen) mit rechts-hemisphärischen gesteuerten (wie Bewegungsabläufen) kombiniert werden.
  • Das Gehirn vollbringt den weitaus größten Teil seiner Leistung nicht im bewußten, sondern im unbewußten Bereich, und das gilt auch für seinen Umgang mit sprachlichen Daten.
  • Diese teils bewußte, größtenteils unbewußte analytische Aktivität des Sprachzentrums ist für den Erwerb von Sprache um ein Vielfaches bedeutsamer als die Aktivierung der Sprechmuskeln.
  • Wer sich äußert, möchte vor allem verstanden werden; Verstandenwerden schafft das essentielle Selbstvertrauen zum Sprechen; Fehlerkorrektur als solche ("fine-tuning") ist demgegenüber zweitrangig.

Auf eine einprägsame Formel gebracht hat Wolfgang Butzkamm diesen Ansatz im Titel seines sehr lesenswerten Aufsatzes "REZEPTION VOR PRODUKTION".

Was nun daraus für den Anfängerunterricht folgt, konnten wir, in einer von sicher zahllosen möglichen Varianten, am Freitag zunächst in dem Demonstrationsunterricht von Ji Chun (Konstanz) beobachten und, nach gemeinsamer Vorbereitung, am Samstag in kurzen Unterrichtseinheiten mit derselben Lernergruppe dann auch selbst ausprobieren (ebenfalls beobachtet): Aus Tischen und Stühlen wurden andeutungsweise ORTE - in unserem Fall ein Hotel, ein Restaurant, ein Park und eine Universität, beschriftet mit Zeichen und Pinyin (das nach und nach verschwand); die Lehrerin führt Wörter und Sätze allein dadurch ein, daß sie den Inhalt vorspielt und dabei kommentiert ("Wo qu binguan. Wo xie wode mingzi. Xianzai wo..."), und die Studenten üben sie, indem sie versuchen, entsprechende Anweisungen der Lehrerin korrekt auszuführen. Viel Bewegung also! Im Laufe der Zeit kamen Stadtpläne und eine Landkarte hinzu, Becher, Flaschen, kekoukele... und Zettel mit Schriftzeichen in verschiedenen Farben. Sprechen brauchten die Studenten zuerst noch gar nicht - damit wird gewartet, bis sie Lust (!) darauf bekommen: Ein Anhaltspunkt, daß sie in der neuen Sprache kognitiv BEREIT sind zu eigener Produktion. Geschrieben haben sie in unserem Fall schon in der ersten Stunde, einzelne Zeichen und einfache Wörter - ebenfalls nach Anweisung.

Chinesisch-Dozenten mit Fantasie werden sich nun allerhand Fortsetzungen, Varianten und Experimente vorzustellen beginnen, defensiver eingestellte auf allerhand Nachteile und Risiken verweisen. Die Qualität der Arbeit an diesem Wochenende, scheint mir, lag vor allem darin, daß wir uns dem Ausprobieren und Beobachten gewidmet haben - wozu auch die erfreulich ergiebigen Feedback-Sitzungen mit den StudentInnen gehörten - und das Urteilen einmal für eine Zeit hintenangestellt war.

Falls man einen Workshop "abrunden" kann, so wurde dieser abgerundet durch das Erarbeiten von an Rezeption-vor-Produktion orientierten Übungen einerseits, einem Vortrag von Barbara Kuhn (München) zum Thema SCHRIFTZEICHENLERNEN andererseits.

Andreas Ulrich